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Chronik Die Gründung des Musikvereins Hörstein verdankte die damals noch selbständige Gemeinde Hörstein dem Erweiterungsbau der Pfarrkirche im Jahre 1954. Für die Ersatzkirche im Saal des Gasthauses „Zum Ritter“ in der Hauptstraße 4, suchten der Hochwürdige Geistliche Rat Johann Schulz und der Kirchenpfleger Franz Emge geeignete Kirchenmusik. Um die erfahrenen Musiker Karl Rüfner und Karl Trapp scharten sich einige musikbegeisterte junge Männer aus Hörstein, die sich für die Kirchen- bzw. Blasmusik interessierten. Da die vorhandenen
Musikinstrumente für die stattliche Zahl der “lernfreudigen” Jugendlichen nicht ausreichten, teilten sich mehrere Musiker in der Anfangsphase ein Instrument. Die Kirchenverwaltung kaufte trotz Geldmangel vier neue
Musikinstrumente und suchte ältere Instrumente von ehemaligen Musikern zusammen. Am 17. März 1954, dem Tag der “Ewigen Anbetung” spielte die neue Kapelle zum ersten Mal bei der abendlichen Schlussprozession und begleitete musikalisch den Gesang des Liedes „Deinem Heiland deinem Lehrer“.
Die noch junge Kapelle übernahm dann von März bis Oktober die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in der Ersatzkirche im Saal des Gasthauses „Zum Ritter“. Dieser Eifer setzte sich auch im neuen Gotteshaus fort bis am 5. Oktober 1958 die neue Orgel eingeweiht werden konnte. Die Voraussetzungen zum Musizieren in der neu errichteten Kirche waren allerdings nicht so einfach. Da noch keine Treppe vorhanden war, mussten die Musiker mit ihren Instrumenten über eine Leiter zur Empore hochklettern, was aber keinen davon abhielt, zum sonntäglichen Musizieren in der Kirche zu erscheinen. Um dieser bestehenden, noch jungen Musikkapelle einen finanziellen Rückhalt zu geben, wurde im Jahre 1955 der Musikverein Hörstein ins Leben gerufen. So war es vor allem der aktive Musiker Valentin Bohlender, der bemüht war, noch möglichst viele Förderer und Interessenten für die Blasmusik zu gewinnen. Gemeinsam mit dem Aktiven Hugo Stolzenberger und dem Musikfreund Lorenz Kern führte er im Dorf eine erfolgreiche Mitgliederwerbung durch.
Am 11. Dezember 1955 konnten im Gasthaus „Zur Traube“ 73 Gründungsmitglieder den Musikverein Hörstein ins Leben rufen und Valentin Bohlender zum 1. Vorsitzenden wählen. Valentin Bohlender begleitete dieses Amt bis zu seinem Wegzug im Jahre 1959. Bei der Gründung hat es sich der Verein zur Aufgabe gestellt, die Volksmusik, insbesondere die Blasmusik zu pflegen und zu deren Erhalt beizutragen.
Bereits im Januar 1956 trat der Musikverein Hörstein dem „Blasmusikverband Vorspessart“ bei. Ein Werbekonzert, gestaltet vom Musikverein Harmonie Dettingen unter seinem Dirigenten Richard Gottschald fand am 1. April 1956 (Ostersonntag) im Saale „Zum Ritter“ statt. Das Gründungsfest des Musikvereins Hörstein wurde am 14. und 15. Juli 1956 auf dem ehemaligen Turnplatz der TG08, Aschaffenburger Weg, gefeiert.
Um die musikalischen Leistungen der jungen Musiker zu steigern, wurde im März 1957 der weithin bekannte Musiklehrer und Dirigent Richard Gottschald aus Dettingen verpflichtet. Unter seiner musikalischen Leitung konnte bereits am Ostersonntag 1957, nach dem Gottesdienst, auf dem Kirchenvorplatz das erste Standkonzert aufgeführt werden. Mit Liebe und Geduld bildete Richard Gottschald die jungen Leute aus, so dass die Kapelle immer mehr zu einer musikalischen Einheit zusammenwuchs. Um die bescheidene Vereinskasse zu schonen, wurde bei jeder Musikprobe von jedem anwesenden Musiker 50 Pfennig eingesammelt, damit der Dirigent bezahlt werden konnte. Sein erstes offizielles Konzert bot der Musikverein Hörstein am 30. November 1957 im Saal „Zum Ritter“. Zu Aufführung kamen fünf Konzertstücke unter Mitwirkung der Musikvereine aus Dettingen, Großwelzheim, Kleinostheim, Obernau und Keilberg. In den Gründerjahren galt es schon als Tradition, am 1. Mai in aller Frühe auf den „Sechs Morgen“ oberhalb des „Hörsteiner Abtsberges“ den Mai anzublasen. Leider ist dieser sicherlich schöne Brauch im Laufe der Jahre völlig verschwunden.
Als Nachfolger von Valentin Bohlender wurde 1959 Georg Glaser zum 1. Vorsitzenden gewählt.
Am 31. Juli 1960 veranstaltete der Musikverein Hörstein ein Musikertreffen auf einer Wiese im „Goldenen Ring“, das als „Konzert im Freien“ in die Vereinsgeschichte einging. Sieben Musikkapellen und ein gemeinsamer Auftritt der Kapellen aus Dettingen, Großwelzheim und Hörstein begeisterten mit ihren Darbietungen die Besucher. Trotz frühzeitigem Abbruch wegen wolkenbruchartigen Regenfällen durfte dieses Fest als ein voller Erfolg für den noch jungen Musikverein gewertet werden.
1961 gab der Musikverein Hörstein gemeinsam mit dem Musikverein Großwelzheim unter der Leitung von Richard Gottschald ein Konzert am Hauptbahnhof in Aschaffenburg.
Im Jahre 1963 musste Richard Gottschald aus gesundheitlichen Gründen sein Dirigentenamt aufgeben.
Nachdem im Jahre 1963 die Kultur- und Sporthalle in Hörstein fertiggestellt war, konnte sie auch vom Musikverein für Konzerte und Tanzveranstaltungen genutzt werden. In den nächsten Jahren wurden regelmäßig Konzerte, meist noch mit befreundeten Kapellen, abgehalten.
Besonders stolz war der damals noch junge Verein über die Ausrichtung des Kreismusikfestes des „Blasmusikverbandes Vorspessart“ am 1. und 2. August 1964. Festpräsident war Bürgermeister Emil Walter.
Am 27. März 1965 fand in der Kultur- und Sporthalle ein gemeinsames Konzert mit dem Musikverein „Harmonie“ Dettingen statt.
Ein Gemeinschaftskonzert mit dem hiesigen Gesangverein „Harmonie“ bot der Musikverein Hörstein 1971 seinem Publikum. Der 1. Vorsitzende Georg Glaser übergab 1971 sein Amt an Günther Heßberger. Aufgrund seiner großen Verdienste um den Verein wurde Georg Glaser zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Schon in der Anfangszeit bemühte man sich bei Auftritten um ein einheitliches Bild des Orchesters wenn auch nur mit gleichen Mützen.
Ab 1974 trat das Orchester in einheitlicher Kleidung auf. Schwarze Hose mit weißem Hemd oder Schwarzer Rock mit weißer Bluse, rote Krawatte, grüne Weste mit dem Hörsteiner Marktgemeindewappen.
1975, im Jahre des 20-jährigen Bestehens, wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen. In dieser Zeit begann der Verein seine Jugendarbeit zu verstärken und etliche Musiker, darunter auch endlich zwei junge Damen, konnten sich beim Jubiläumskonzert als Nachwuchsmusiker-Gruppe den Konzertbesuchern vorstellen. Das Fest zum 20-jährigen Bestehen wurde vom 26. bis 28. April 1975 in der neu erstellten Räuschberghalle unter Beteiligung zahlreicher auswärtiger Musikkapellen gefeiert.
Walter Kraft übernahm 1976 den Vorsitz des Musikvereins. Ab November 1976 begann eine Reihe von Gemeinschaftskonzerten zusammen mit dem Musikverein Dörrmorsbach, der ebenfalls von Herrn Kurt Ritter musikalisch geleitet wurde. Die Konzerte fanden in jedem Jahr sowohl in Hörstein als auch in der Turnhalle in Gailbach statt, da Dörrmorsbach keine eigene Halle besaß.
Am 11. August 1978 ging der Musikverein erstmals auf große Fahrt. Ziel war die Hörsteiner Partnergemeinde Pfaffstätten in Niederösterreich. Höhepunkte dieser Fahrt waren der Einmarsch beim Großheurigen, der dortige Auftritt des Orchesters im Rahmen des Festprogrammes, die Stadtrundfahrt in Wien und eine Rundfahrt durch das Burgenland. Diese erste Mehrtagesfahrt war für alle ein besonderes Erlebnis.
Beim Wertungsspielen in der Unterstufe erreichte das Orchester den 1. Rang mit Auszeichnung
Die einheitliche Kleidung des Orchesters ergänzte der Verein 1980 um einen grauen Sakko mit dem Hörsteiner Marktgemeindewappen.
1980 feierte man das 25-jährige Vereinsbestehen mit einem Jubiläumskonzert am 22. März, einer akademischen Feier am 28. Juni und einem großen Fest vom 12. bis 14. Juli.
Zu diesem Jubiläumsfest besuchte uns auch der Musikverein Pfaffstätten, der bei seinen Auftritten immer wieder großen Beifall erhielt. Auch die Blaskapelle aus Aschbach im Steigerwald war mit unserem Musikfreund Otto Stolzenberger, der auch mit zu den Gründern des Musikvereins Hörstein gehörte, angereist. Der musikalische Höhepunkt dieses Festes war sicherlich das zweistündige Konzert der „1. Armored Division Band“ der amerikanischen Streitkräfte aus Ansbach am Montagabend und das sich daran anschließende gemeinsame Musizieren dieser Militärkapelle mit dem Musikverein Pfaffstätten und dem Musikverein Hörstein. Dieser mehr als 100 Musiker umfassende Klangkörper gab den „alten Kameraden“ und „stars and stripes“ zum Besten und wurde abwechselnd von James McNeal und Anton Hofmann aus Pfaffstätten geleitet. Der Obmann der Pfaffstättner Hauerkapelle Anton Hofmann komponierte den „Hörsteiner Marsch“, den er uns anläßlich unseres Jubiläums überreichte. Mit diesem Marsch beendet das Orchester seitdem traditionell seine Auftritte.
Schon in den „Gründerjahren“ haben die Musiker, Dirigenten und Vorstände erkannt, dass jährliche Konzerte der beste Ansporn für eine Leistungssteigerung sind. Seit 1981 veranstaltet der Musikverein Hörstein in ununterbrochener Reihenfolge ein jährliches Osterkonzert in der Räuschberghalle, um sich den zahlreichen Besuchern zu präsentieren. Diese kulturelle Veranstaltung zählt auch heute noch zu den musikalischen Höhepunkten im Jahresablauf.
Zum zweiten Mal das Amt des 1. Vorsitzenden übernahm Günther Heßberger im Jahre 1982. Der bisherige Vorsitzende Walter Kraft wurde aufgrund seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt.
Vom 3. bis 6. Juni 1983 richtete der Verein das Bezirksmusikfest für den Bezirk Alzenau im Blasmusikverband Vorspessart aus. Zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen zählt auch ein “Grillfest mit Blasmusik”, heute “Dämmerschoppen”. Im Schein bunter Lichterketten bieten die Musiker unter freiem Himmel ein buntes Programm bei Bier, Wein und Grillspezialitäten.
Vom 10. bis 15. August 1984 besuchte der Musikverein Hörstein erneut die Partnergemeinde Pfaffstätten zum Großheurigen mit dem Fazit, dass diese Fahrt noch längst nicht die Letzte gewesen sei.
Kurt Ritter hatte es in den 26 Jahren seiner Tätigkeit als Dirigent verstanden, das Orchester zu einem ”lebendigen” Klangkörper zu formen und sein Ansehen in Bezug auf Leistung und Auftritt zu festigen. Auch die Teilnahme an Wertungsspielen des Blasmusikverbandes Vorspessart spornte das Orchester immer wieder zu neuen Leistungen an, so dass immer beachtliche Erfolge erzielt wurden. Mit “Nachwuchs aus den eigenen Reihen” konnte, durch eine kontinuierliche gute Jugendarbeit, die Kapelle als Orchester mit 45 Musikern auftreten. Kurt Ritter übergab nach dem Osterkonzert 1989 den Taktstock an den noch jungen Rupert Naumann aus Altenmittlau. Für seine geleistete Arbeit und sein jahrelanges erfolgreiches Wirken wurde Kurt Ritter zum Ehrendirigenten ernannt. Mit Begeisterung und Schwung setzte Rupert Naumann die Aufbauarbeit seines Vorgängers fort.
Das Osterkonzert 1990 stand erstmals unter seiner Leitung. Es war gleichzeitig das Jubiläumskonzert zum 35-jährigen Bestehen des Vereins. Das Jubiläumsfest selbst wurde vom 22. bis 24. Juni in der Räuschberghalle gefeiert. Am Festsonntag fand zusätzlich das von allen Kapellen der Stadt Alzenau ins Leben gerufene jährliche Stadt-Musikertreffen statt. Bei der Jahreshauptversammlung 1990 stellte sich Günther Heßberger nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung. Es konnte aber mit Burkhard Nimbler ein Nachfolger im Amt des 1. Vorsitzenden gefunden werden.
Unter Burkhard Nimbler‘s Führung wurde die Reihe der mehrtägigen Orchesterausflüge fortgesetzt. 1991 fuhren die Orchestermitglieder mit Partner nach Calella an der Costa del Maresme in Spanien zum „VII. Festival Juvenil international“, einem internationalen Jugendtreffen mit Sport, Spiel und Musik. Außer dem Musikverein Hörstein war auch der Musikverein Henningsdorf (bei Berlin) verpflichtet, die Veranstaltungen musikalisch zu umrahmen. Ein Besuch der Stadt Barcelona, des Klosters Montserrat sowie des Meereszoos Marineland mit seiner Delphinshow und selbstverständlich die Badefreuden am Sandstrand von Calella rundeten diese Reise ab. Hierbei wurden Kontakte zum Musikverein Heningsdorf geknüpft. Seit 1991 bereitet sich das Orchester mit einem zusätzlichen Probenwochenende auf das Osterkonzert vor. Diese fanden bisher fast ausschließlich im Schullandheim in Hobbach statt. Neben intensivster Probenarbeit kommt aber auch die Geselligkeit und Kameradschaft nicht zu kurz. Allein der Arbeit des Dirigenten Rupert Naumann war es zu verdanken dass das Orchester beim Verbandswertungsspielen 1991 in der Mittelstufe höchste Erfolge erzielte.
Am Osterkonzert 1992 ging eine einmalige Ausbilderaera zu Ende. Ludwig Lotz, der 30 Jahre lang erfolgreich die Klarinettenschüler ausbildete, wurde gebührend verabschiedet. Durch die Motivation und zielgerichtete Arbeit des Dirigenten Rupert Naumann erreichte das Orchester beim Verbandswertungsspielen in der Mittelstufe die höchste zu vergebende Note. 1992 besuchte das Orchester unsere Partnergemeinde Pfaffstätten, um auch außerhalb des Großheurigen die dortigen Musikern wieder mal zu treffen und Freundschaften zu knüpfen.
1993 fand aus dem gleichen Grund dann eine Fahrt nach Henningsdorf statt, um die in Spanien begonnene Freundschaft zu vertiefen. Als Höhepunkt der geselligen Seite in unserem Vereinsleben ist hier das einmalige Fußballspiel Musikerfrauen gegen Musikermänner erwähnenswert, bei dem sich unser Dirigent Rupert Naumann als Schiedsrichter zur Verfügung stellte. Eine besonders nette Geste bei der Mannschaftsgegenüberstellung war, dass jeder Spieler seiner „Gegenfrau“ eine Rose überreichte. Trotz aller Anstrengungen der Frauen unterlagen sie hier ausnahmsweise den Männern. Über das Ergebnis schweigen wir hier lieber.
Beim Verbandswertungsspielen 1994 wurden in der Mittelstufe ebenfalls wieder höchste Erfolge erzielt. Im Spätherbst 1994 erhielten die Musiker dann eine schlimme Nachricht. Dirigent Rupert Naumann musste zu seinem eigenen Bedauern seine Tätigkeit als Dirigent beim Musikverein Hörstein aus beruflichen Gründen nach dem Osterkonzert 1995 aufgeben. Dies brachte den Verein in eine schwierige Situation. Die Suche nach einem geeigneten Nachfolger war schwieriger und vor allem langwieriger als man gedacht hatte. Zum Glück konnte unser Musikfreund Burkhard Nimbler in dieser dirigentenlosen Zeit die Probenarbeit durchführen und die Kapelle bei Auftritten leiten.
Am 27. und 28. Mai 1995 feierte der Musikverein 1955 Hörstein e.V. sein 40jähriges Jubiläumsfest in der prächtig geschmückten Räuschberghalle.
Am Samstag abend zogen acht Musikvereine mit Marschmusik durch die Straßen zur Räuschberghalle. Hier fand dann ein Freundschaftsspielen der Gastkapellen statt. Im Anschluss spielten die Greußenheimer Musikanten zum Tanz auf. Mit den Musikfreunden aus Greußenheim (bei Würzburg) besteht eine jahrelange Freundschaft. So wurde schon des Öfteren zu deren Starkbierabstich zum Tanz aufgespielt. Am Sonntag früh wurde nach einer Kirchenparade ein Festgottesdienst in der Pfarrkirche gefeiert. Zum Frühschoppen und am Nachmittag kamen 9 befreundete Musikvereine zu einem Sternmarsch und gaben ein Gastspiel in der Räuschberghalle. Auch die Kinder kamen hier voll auf ihre Kosten. Unter professioneller Leitung gab es Kinderschminken, Taschen bemalen und vieles mehr. Unsere Nachwuchsmusiker übernahmen die musikalische Umrahmung zahlreicher Ehrungen.
Leider war es nicht möglich im Jahre 1996 ein Konzert zur Aufführung zu bringen. In der Zeit während der Suche nach einem geeigneten Dirigenten ging auch das Interesse vieler Musiker am Verein zurück und die Probenbesuche wurden weniger. Im Herbst 1996 konnte dann Ralf Geiß aus Gründau-Lieblos als neuer Dirigent gewonnen werden.
Unter seiner musikalischen Leitung fanden Dank seiner Geduld und trotz teilweise minimal besuchter Proben ab dem Jahre 1997 wieder in gewohnter Weise Konzerte statt. Nach Arbeitseinsätzen und Selbstausbau im Dachgeschoss des neuen Pfarrheims St. Martin hat der Musikverein seit dem Frühjahr 1997 endliche wieder einen festen Probenraum gefunden, in dem nicht nur die wöchentlichen Musikproben, sondern auch die Ausbildung der Schüler stattfinden können.
In der Jahreshauptversammlung 1998 wurde keine neue Vereinsführung gefunden, so dass der Verein führungslos da stand. Auch in einer für einige Wochen später anberaumten zweiten Hauptversammlung, in der, genau wie bei der ersten, ein Großteil der Mitglieder, sowohl aktive als auch passive, durch Abwesenheit glänzte, konnte keine neue Vereinsführung gefunden werden. Das Ende des Vereins war für viele nur noch Formsache.
Zum Glück gab es aber einige Musikerinnen, Musiker und Mitglieder, die "ihren" Verein trotz gravierender Schwierigkeiten, nicht einfach so aufgeben wollten und nach Lösungen suchten. Schließlich kam man überein, die Arbeit in der Vereinsführung auf mehrere Personen zu übertragen, was man in einer neuen Versammlung durch eine Satzungsänderung beschloss. So wurde Günther Heßberger zum Vorsitzenden und ihm zur Seite fünf Bereichsleiter für Finanzen, Musik, Nachwuchsarbeit, Veranstaltungen und Verwaltung gewählt.
In dieser krisenreichen Zeit fiel es dem Dirigenten Ralf Geiß immer schwerer, die Musiker zu motivieren, so dass sich immer mehr Aktive aus dem Orchester zurückzogen. Dies führte dazu, dass Ralf Geiß zum Ende des Jahres 2000 seine Tätigkeit als Dirigent niedergelegte. Seit dem 31. Dezember 2000 ist der Musikverein über www.mv-hoerstein.de im Internet präsent.
Im Januar 2001 übernahm Musikkollege Bernd Drapal, der die Prüfung zum Dirigenten abgelegt hatte, die musikalische Leitung des Orchesters und versuchte, das Orchester wieder auf Erfolgskurs zu bringen. In der Jahreshauptversammlung wurde Bernd Klenner zum Vorsitzenden gewählt. Im September lud der Nachwuchsbereich zu einem Schnuppertag für Kinder ein, dem der Start einer neuen Ausbildungscampagne, beginnend mit einem Orff-Kurs für Kinder im Vorschulalter folgte.
Anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Partnerschaft Pfaffstätten-Hörstein im Jahre 2002, unternahm man einen Freundschaftsbesuch nach Pfaffstätten. Diese drei Tage haben die Kameradschaft der Musiker entscheidend geprägt und das “WIR-GEFÜHL” gestärkt. Im Oktober gründete sich eine neue Jugendkapelle aus zehn Jungmusikern unter der Leitung von Burkhard Nimbler.
Beim Wertungsspielen in Großwelzheim konnte das Orchester unter der Leitung von Bernd Drapal in der Unterstufe die beste Note erzielen. Als musikalischer Höhepunkt in diesem Jahr galt das ”Festival der Blasmusik” in Aschaffenburg zum 50-jährigen Bestehen des “Blasmusikverbandes Vorspessart”. Nach dem Rücktritt von Bernd Drapal stand Vizedirigent Burkhard Nimbler dankenswerterweise wieder zur Verfügung, bis im November 2003 mit Thomas Schoder aus Wachenbuchen ein neuer Dirigent für das Stammorchester verpflichtet wurde.
2004 wurde erstmals der Dämmerschoppen vor der malerischen Kulisse der Wilgefortiskapelle durchgeführt.
Das Jahr zum 50-jährigen Vereinsbestehen wurde mit dem Auftritt beim Neujahrsempfang der Stadt Alzenau in der Prischoßhalle begonnen. Das Jubiläum hatte mehrere Events, die über das ganze Jahr verteilt waren. In einer Diaschau im März konnten alle Interessierten die Vereinsgeschichte noch einmal erleben. Das Osterkonzert stand ganz im Zeichen des Jubiläums. Die Geburtstagsfeier selbst fand im Juni an drei Tagen in der Räuschberghalle statt. Selbstverständlich war auch der Musikverein Pfaffstätten mit von der Partie. Für jeden war etwas geboten. Freitags fand in der Räuschberghalle eine große Single-Disco-Party statt.
Der Sonntag begann mit einer Kirchenparade und anschließendem Festgottesdienst in der Räuschberghalle. Unterstützt wurden wir durch die Fahnenabordnungen der Hörsteiner Vereine. In einem großartigen Festzug, unterstützt durch die Hörsteiner Ortsvereine, befreundete Vereine und Musikkapellen zog man durch die mit vielen Zuschauern gesäumten Hörsteiner Straßen Richtung Räuschberghalle, wo bis in den späten Abend gefeiert wurde. Um sich von den Strapazen des Jubiläumsfestes zu erholen stand Anfang September ein Ausflug nach München an.
Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildete ein hervorragendes Konzert des Landes-Polizeiorchesters Hessen im November in der Räuschberghalle.
In diesem Jahr waren wir Ausrichter der Kinderfaschings-Party am Faschingssonntag in der Räuschberghalle.
Am 20.01. veranstalteten wir in der Räuschberghalle einen Benefizabend zu Gunsten der Familie Telkemeier, die durch einen Wohnungsbrand geschädigt war. Der Abend war ein voller Erfolg, es kamen 4000 Euro an freiwilligen Spenden durch die Mitbürger und die Bewirtung zusammen, die der Familie Telkemeier in Form eines Schecks überreicht werden konnten. Im April bestand Kathrin Lang ihre Prüfung zur Dirigentin. Sie ist von nun an „staat-lich geprüfte Dirigentin“ und im Besitz des B-Scheins. Das Blasorchester nahm im Juni erstmals an einem Wertungsspiel mit böhmisch-mährischer Blasmusik teil – dem „Heylands-Cup der Blasmusik“ ausgerichtet vom MV Keilberg. Am 21. Juni wurde der Musiker-Stammtisch in der „Hobelbank“ gegründet. Jeden 2. Donnerstag (immer in der ungeraden Woche) trifft man sich beim Musikerkollegen Rainer Witthaut. Das erste Musikerpaar in der Geschichte des MV ist unter der Haube. Nicole (Neumeier) und Stefan Jökel wurden zu ihrer Hochzeit am 4. August von den Musikerkollegen/innen musikalisch begleitet. Im April trennten sich die Wege des Orchesters und der Dirigentin Kathrin Lang überraschend. Glücklicherweise übernahm unser Vizedirigent Burkhard Nimbler sofort die musikalische Leitung. Im August konnten wir ihn offiziell als neuen Dirigenten verpflichten. Auf Einladung des Musikvereins „Anton Hofmann“ besuchten wir unsere Pfaffstätte-ner Musikerkollegen im August zu deren 50-jährigen Jubiläum. Rekord: Dank einer sehr aktiven Jugendleitung und deren Zusammenarbeit mit der Grundschule Hörstein hat der MVH erstmals 38 Kinder und Jugendliche in Ausbildung! Erstmals lud der MV im November zur „Musikalischen Weinprobe“ in die Hörsteiner Schulturnhalle ein. Die Besucherzahlen und die nachhaltige positive Resonanz belegen, dass die Veranstaltung sehr gut ankam und deshalb nun jährlich statt findet. Nach acht Jahren machten sich die MusikerInnen mal wieder auf zu einem Probewochenende. Das Ziel war Poppenhausen in der Rhön. Hier wurden die Musikstücke für das Konzert erarbeitet. Doch auch der gesellige Teil kam nicht zu kurz. Zum Vorspielnachmittag „Unsere Jugend musiziert“, der mittlerweile zweimal im Jahr stattfindet, präsentiert sich erstmals das neu gegründete Miniorchester unter der Leitung von Rainer Witthaut. Unter seiner Federführung tritt das Jugendorchester an Ostern sein erstes Konzert an. Burkhard Nimbler präsentiert sich hier erstmals offiziell als Dirigent mit dem Blasorchester. Das Jahr 2010 war wieder ein erfolgreiches Jahr, sowohl in musikalischer als auch in finanzieller Hinsicht. Trotzdem ist es gekennzeichnet von personellen Rückschlägen, da auch an uns der Zeitgeist nicht spurlos vorüber geht. Die beruflichen Wege unserer Aktiven laufen anders als früher, so dass wir auf einige Musikerinnen, Musiker und Funktionäre in Zukunft verzichten müssen, da sie in ihre Arbeitsorte gezogen sind. Unsere musikalischen und gesellschaftlichen Highlights Osterkonzert, unsere Jugend musiziert I und II und die Musikalische Weinprobe kamen jedoch bei den Fans gut an. Anfang des Jahres übernimmt Lisa Grebner die Leitung des Miniorchesters. Beim Vorspielnachmittag "unsere Jugend musiziert I" wurde Frank Geibig als neuer Leiter des Jugendorchesters vorgestellt.
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